Erfahrungsberichte

Annalena

Nach meinem Abitur hatte ich genug vom Lernstress. Ich wollte etwas komplett anderes machen, etwas wobei ich meinen Kopf nicht benutzen musste. Deshalb entschied ich mich für das Ranchstayproramm in Kanada. Auf einer Farm würde ich mit meinen Händen arbeiten und in eine für mich völlig unbekannte Welt eintauchen. Die Frage nach dem perfekten Zielort stellte sich mir gar nicht. Kanada reizte mich mit seinen unglaublichen Naturerscheinungen am meisten- und ich wurde nicht enttäuscht.

Im August begann mein Abenteuer. Mein erster Zielort war Penticton, wo ich Freunde meiner Familie besuchte. Auf dem Weingut arbeitete ich viel draußen, erledigte Gartenarbeiten und half bei der Herstellung des hauseigenen Likörs. So konnte ich schon erste wertvolle Erfahrungen sammeln und in die kanadische Kultur eintauchen. Ich erkannte schnell, dass Kanadier sehr freundliche und hilfsbereite Menschen sind, was man in Deutschland nicht immer so erlebt. Wir unternahmen mehrere Roadtrips, gingen Kajaken und besuchten sogar ein Rodeo. Ein besonderes Highlight war während einer Wanderung in den Bergen, als ein junger Schwarzbär (vielleicht auch Grizzlybär) unseren Weg kreuzte, der aber mehr an seinen Blaubeeren als an uns interessiert war.

Nach einem Monat reiste ich mit dem Greyhound Bus für 3 Tage nach Vancouver, wo ich in einem Hostel übernachtete. Dort lernte ich nette Leute kennen mit denen ich zusammen die Stadt erkunden konnte. So bikten wir durch den Stanleypark und nahmen an einer Granville Island Tour teil.

Anschließend ging es dann weiter auf meine Farm auf Vancouver Island. Nach einer Fahrt mit der Fähre und einer kurzen Bustour holte mich meine neue Gastmutter ab. Zusammen mit ihrem Sohn lebt sie auf einer riesigen Farm mit fünf Hunden, Hühnern, Schweinen, Schafen einer Ziege und einer Kuh. Neben den zahlreichen Tieren besitzt sie auch Gewächshäuser in denen sie verschiedenes Gemüse anbaut. Im hinteren Bereich der Farm ist ein großer Stellplatz für Trailer und Camper, wo wir Arbeiter geschlafen haben. Ich brauchte etwas Zeit um mich an diesen anderen Standard zu gewöhnen, da wir auch eine Outdoor-Dusche und eine Outdoor-Toilette benutzen. Nach wenigen Tagen hat mir die Umstellung bereits nichts mehr ausgemacht und habe gemerkt, dass man keinen besonderen Luxus braucht, um sich wohl zu fühlen. Angrenzend an die Farm ist der Kennel (Dog Pampering). Besitzer können ihre Hunde tagsüber und auch über Nacht dort abgeben und das Personal kümmert sich um sie. Da ich ein großer Hundefan bin, durfte ich die ersten zwei Stunden meines Arbeitstages, der erst um 10 Uhr anfing, mich um die „little dogs“ kümmern, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Anschließend ging ich für den Lunch zurück auf die Farm in die Outdoor-Küche. Danach gab es verschiedene Arbeiten auf der Farm zu erledigen, wie Äpfel „picken“, Unkraut jäten, Blumen pflanzen und Ställe ausmisten. Um diese Arbeit zu erleichtern stand immer Trixi, das Golfcar bereit, um das nötige Equipment zu transportieren oder auch nur sich selbst. Es gab keine bestimmte Uhrzeit für den Feierabend, so konnte man mit der Arbeit aufhören wann man wollte. Eigentlich arbeiteten wir 7 Tage die Woche, wobei wir uns so viele Tage frei nehmen konnten, wie wir wollten. An diesen Tagen konnten wir Victoria besichtigen, klettern oder Kajaken gehen. Auch eine Whale Watching Tour habe ich besucht. Die Arbeit machte mir zunehmend Spaß und ich arbeitete gerne für meine Gastfamilie, da sie mich nicht wie ihren Arbeiter behandelten. Sie nahmen mich so herzlich auf, dass ich mich nach kurzer Zeit wie ein Familienmitglied fühlen konnte. Auf unzähligen „Walks“ mit den Hunden zeigte meine Gastmutter mir die schönsten Plätze auf Vancouver Island. Solch eine beeindruckende Landschaft habe ich noch nicht oft gesehen. Zudem war es keine Seltenheit auf Schildkröten, Otter, Hasen, Seehunde oder Rehe zu treffen. Den Abend konnten wir in der Outdoor-Küche bei einem leckeren Dinner und einem Feierabendbier ausklingen lassen. Oft kamen Freunde zu Besuch, so dass immer was los war und wir viel zu lachen hatten.

Nach 5 Wochen auf der Farm fiel mir der Abschied sichtlich schwer. Ich hatte eine wunderschöne Zeit und bereue es keine Sekunde mich dafür entschieden zu haben. Ich hätte es besser nicht treffen können und hoffe eines Tages zurückkehren zu können. Ich habe viele wertvolle Erfahrungen sammeln können und viele neue Freunde kennen gelernt. Ich habe viel über mich selbst gelernt und werde immer nur mit den besten Erinnerungen an diese Zeit zurückdenken.

Zoé


Mein Aufenthalt in Kanada war genauso wie ich es mir erträumt und mehr als ich mir erhofft hatte. Das Land ist wunderschön und die Kanadier sehr herzlich und freundlich, ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Bei der Ranch Arbeit habe ich sehr viel gelernt zum Beispiel wie man typisch Kanadische "snake fence" repariert oder Rinder brandet und durch die Berge treibt, wie im Film aber doch viel stressiger als es im Fernsehen aussieht ;). Zwar bin ich oft Abend todmüde ins Bett gefallen aber immer glücklich, mit Vorfreude auf den nächsten Tag.
Ich habe sehr viele Bekanntschaften gemacht und Freunde gefunden, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.
Kanada ich komme wieder!

Vanessa

12 Jahre Schule –kein Wunder, dass ich davon eine Auszeit brauchte. Nur was tun? Die Zeit gemeinsam mit Tieren zu verbringen klang für mich wundervoll und ich entschied mich für einen Ranchstay in Kanada!

Nachdem ich also von Frankfurt via London in Vancouver gelandet bin, hatte ich einige Tage Zeit für Sightseeing. Darauf folgte eine lange Busfahrt ins Nevada. Dort wurde ich -passend zur Umgebung- mit einem roten Pick Up abgeholt. So traf ich auf meine Farm in 70 Mile House, BC ein. Meine „Farmer“ waren zwei Schwestern, welche mit zwei Kindern (15/16) auf dem Hof lebten. Auf meiner Farm lebten über 35 Pferde und Ponies, die den Sommer ausschließlich draußen auf einem riesigen Gelände verbrachten. Neben den Reittieren, gab es auch unzählige andere Vierbeiner, wie Rinder (die wir eines Tages nach Hause treiben mussten), Ziegen, Schweine, Hühner, Gänse, Hunde und Katzen. Für mich begann mein Tag um 7.30 Uhr, woran man sich ziemlich schnell gewöhnt hat. Morgens wurde gefüttert, dann Ställe ausgemistet, Zäune repariert, Heutrucks entladen und vieles mehr. Als Besuch kam, fuhren wir mit Quads und Dirt Bikes in die wundervolle Umgebung und übten uns mit Gewehren auf aufgestellte Ziele zu schießen. An anderen Tagen gingen wir an den 10 Gehminuten entfernten Steg eines riesigen, wundervollen Sees und genossen das klare Wasser. Ebenso erkundeten wir Kanadas Wälder zu Pferd –auch mal ohne Sattel. Westernsättel sind jedoch so bequem, da braucht man gar nicht Ohne.

Hoch zu Ross ritten wir auch durch riesige Rinderherden, die dort überall frei herumlaufen und erst Ende Herbst nach Hause gebracht werden. Aus sicherer Entfernung sahen wir zudem Schwarzbären, Elche, Kojoten, Eulen und andere beeindruckende Tiere. Die Ponies auf der Farm waren „driving ponies“ und somit nicht nur zum Reiten. Daher lernte ich auch Kutschen zu lenken und war sogar im Gelände mit Ihnen unterwegs.
War ich mal nicht auf der Farm, reiste ich ein wenig herum und konnte so auch andere Gebiete Kanadas entdecken. Dabei stellte ich fest, dass Kanadier richtig freundlich sind und viel gelassener als wir Deutschen. So wurde ich eines Abends, nachdem ich mich mit dem Bus verfahren hatte, vom Busfahrer zurück ins Dorf gefahren (obwohl es nicht auf seinem Weg lag!).

Kanada hat so viele wunderschöne Orte und Landschaften, ich habe noch nichts Vergleichbares gesehen. Die unglaublichen Seen, Berge und Wälder sind beeindruckend. Innerhalb zweistündiger Autofahrt kann man von dichten Wäldern in eine Region fahren, die einer Trockenwüste gleicht und nur ausgedörrte Sträucher den Straßenrand bedecken. Die Vielfalt ist wirklich atemberaubend und so schön, wie ich es mir erhofft hatte.
Anfang Oktober fiel schon der erste Schnee und zwischenzeitlich hatten wir -35°C. Tiere mussten trotzdem gefüttert werden und man gewöhnte sich an die Temperaturen.
Neben wiederholtem Reisen, lernte ich viele andere Leute kennen, die unter anderem von Farm zu Farm reisten. Es war wirklich spannend, was sie so zu erzählen hatten.

Im Januar wechselte ich dann doch noch mal die Farm und kam auf eine Ranch in der Nähe von Vancouver. Dort hatten sie nur Pferde und ich half beim Füttern, Misten, Pflegen usw. Nebenbei durfte ich reiten, was mich natürlich immer wieder begeistert. Da auf der dortigen Ranch ein Praktikum „Erste Hilfe fürs Pferd “ angeboten wurde, bereiteten wir ein paar Tage Erste Hilfe Kästen zu, wobei ich sehr viel darüber lernte und viele andere Pferdebegeisterte kennenlernte.
Insgesamt bin ich sehr froh über meine Entscheidung nach Kanada gegangen zu sein und bereue es keineswegs. Wenn ich an Kanada denke, kommen mir Erinnerungen an nette Leute, viele Cowboys, tolle Städte und an einfach eines der wunderschönsten Länder der Welt!
Und immer daran denken: Cowboy Up!

Carolin

Schon immer wusste ich, dass ich nach meinem Abitur ins Ausland möchte. Nur wohin sollte es gehen? Nach vielen Überlegungen entschied ich mich meinen Weg in das wundervolle Kanada führen zu lassen. Da ich eine Tier- und Naturliebhaberin bin, war das die richtigste Entscheidung, die ich je treffen konnte. Sofort war klar, dass ich neben dem Reisen die meiste Zeit auf einer Pferdefarm verbringen würde. Denn mein Traum war es schon immer, auf einer Ranch zu leben und zu arbeiten - am liebsten mit Tieren. Da ich der Überzeugung bin, dass man im Umgang mit Tieren nie auslernen kann und selbst zwei Pferde besitze, setzte ich mir schnell ein genaues Ziel für meine Zeit in Kanada: Ich wollte mit Pferden arbeiten, lernen sie besser zu verstehen und erfahren, wie man mit ihnen perfekt kommunizieren kann. Der Schlüssel dafür ist Horsemanship. Vielleicht war es Schicksal, Zufall, oder ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Jedenfalls traf ich auf meiner Gastfarm auf einen der besten und bekanntesten Natural Horsemanship Trainer ganz Nordamerikas. Da dieser ebenfalls auf der Pferdezuchtfarm wohnt, lernten wir uns schnell kennen und natürlich wollte ich mit genau ihm zusammenarbeiten. Aller Anfang ist schwer, aber nach ein paar Wochen Aufwärmezeit stellte sich heraus, dass wir super miteinander arbeiten können. Von diesem Zeitpunkt an stellte sich mein Tagesablauf aus Ställe misten, Pferde füttern, anderen alltäglichen Farmarbeiten und dem Reiten vierer Pferde zusammen. Es war anstrengend, aber auch sehr bereichernd. Und ich habe es auf einmal geliebt fast jeden Tag um 6:15 aufzustehen und bis spät abends auf den Beinen zu sein.

Mein Ranchstay war perfekt. Es war eine so wundervolle Zeit mit sehr wundervollen Menschen und Tieren, viel besser als ich mir jemals hätte erträumen lassen! Ich hatte die Ehre von einem genialen Trainer zu lernen, ritt Pferde ein und durfte mit Problempferden arbeiten. Ich hatte eine Zeit auf einer Pferderanch, wie sich es vielleicht jedes pferdebegeisterte Mädchen wünscht. Deswegen möchte ich genau für diese dazusagen: Ich war glücklicherweise -und für mich immer noch unbegreifbar- ein Ausnahmefall auf dieser Ranch. Noch kein zeitbegrenzter Besucher der Farm durfte so mit dem Trainer und den Pferden arbeiten wie ich. Deswegen habe ich neben den vielen Dingen, die ich lernen durfte ebenfalls gelernt, dass nicht alles immer so sein kann, wie man sich es wünscht. Trotzdem sollte man niemals aufhören, für seine Träume und Ziele zu kämpfen! Denn "Aller Anfang ist schwer...". Auch ich musste hart arbeiten, damit ich an meine Ziele auf dieser Farm kam!

Es lohnt sich! Man muss nur wissen, was man erreichen will :-)

Daniela, Rückmeldung von unterwegs

...ich bin super angekommen und inzwischen schon auf der Farm. Edna, die Besitzerin ist schon 84, aber total nett und bekocht mich immer sehr lecker. Die Arbeit macht auch total Spaß, ich muss eigentlich nur Pferde füttern, die Weide sauber machen und mit dem Hund Gassi gehen. Die Landschaft hier im Okanagan Valley ist echt beeindruckend und das mit dem Touristenvisum und den 4 Wochen pro Farm ist eine gute Sache, dann sehe ich mehr vom Land!

Liebe Grüße aus Kanada

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